August 2017 Reflecta Festival an der Planke Nord Mainz

„Rethink your World“: Unter diesem Motto fand vom 12. und 13. August zum sechsten Mal das Reflecta Filmfestival statt. Bei einer frischen Rheinbrise und sonnigen Abschnitten trafen sich Querdenker, Filmemacher und interessierte Menschen aus dem Rhein-Main-Gebiet an der Planke Nord, um sich Gedanken darüber zu machen, wie wir in Zukunft leben möchten und um diese Zukunft selbst zu gestalten. Lange und kurze (Dokumentar)filme, Workshops, Konzerte und Diskussionen zwischen allen Beteiligten boten die Möglichkeit, neue Perspektiven kennenzulernen und sich zum Um- und Neudenken anregen zu lassen. Ob ökonomische, soziale oder ökologische Projekte, alle Ideen wollten die Neugierde und Begeisterung wecken, sich für eine bessere Welt zu interessieren und engagieren.

Ein Highlight des Festivalwochenendes stellte die Verleihung des renommierten Reflecta Artivist Awards am Samstagabend dar. Als diesjährigen Gewinnerfilm kürte die Jury, bestehend aus Peter Altmann von eco-film, Cathrin Ehrlich vom FernsehKrimi-Festival und dem Regisseur Christian Tod, den Kurzfilm „We take you“ von Johannes Kaczmarczyk. Auf den zweiten Platz der rund 300 Einreichungen schaffte es „Patata Day“ von Peter Böving. Eine lobende Erwähnung erhielt der Film „Olli dreht sein Ding“ von Christian Hödl, der sich auch als Lieblingsfilm der Publikumsabstimmung herausstellte. Der Award zeichnet Filme aus, die durch die Verbindung von Kunst und Aktivismus die Zuschauer zu eigenem Handeln anregen möchten. Gestiftet wird der Preis von der UmweltDruckerei.

Im Anschluss bot die Deutschlandvorpremiere des Dokumentarfilms „Free Lunch Society“ Hintergründe und Antworten zum heiß diskutierten Konzept eines bedingungslosen Grundeinkommens. Auf einer Weltreise suchte und sammelte der Regisseur Christian Tod gemeinsam mit dem Protagonisten Daniel Häni, die beide zur Vorführung anwesend waren, Antworten auf die Frage: Was würdest Du tun, wenn für Dein Einkommen gesorgt wäre? Häni organisierte in der Schweiz die erste Abstimmung über das Grundeinkommen und möchte das Thema in der Öffentlichkeit bekannt machen.

Die Besucher blieben keineswegs Zaungäste. Eine Reihe von interaktiven Workshops bot an den Festivalnachmittagen die Plattform, Ideen auszutauschen, kreativ und aktiv zu werden und gemeinsam neue Wege zu denken. In der Auswahl von interaktivem Improtheater (Für Garderobe keine Haftung), konstruktiven Diskussionsrunden (Cool Ideas Society, Daniel Häni), gemeinsamem Schnippeln, Kochen und Essen (Shout Out Loud), Kunst (Freigeist) und Akrobatik (Kapura) oder einer visionären Fahrrad-Stadtrundfahrt fand jeder eine Beschäftigung nach seinem Geschmack. Der gemütliche Biergarten, ein offener Kleidertausch und Informationsstände luden ein, sich zwischendurch einfach nur zu entspannen.

Für musikalische Untermalung war an beiden Festivalabenden gesorgt. Am Samstag spielte Casey Keth dem Publikum eine stimmige Kombination aus Klavier, Gitarre, und Bleistift. Bei strahlendem Sonnenschein konnten sich die Besucher am zweiten Abend von Binyo’s musikalischen Kurzgeschichten zum Mitwippen und Mitdenken anstiften lassen.
Den Abschluss eines sonnigen Festivalsonntags bildete der oskarnominierte Film „How to let go of the world and love all the things climate can’t change?“. Die Antworten auf diese brandaktuelle Frage fand der Filmemacher Josh Fox in zwölf unterschiedlichen Ländern.
Auch in diesem Jahr lockte das Festival trotz launigen Wetters wieder Besucher aller Altersklassen an. Die Teilnahme zeigt, dass die Thematik des Festivals kein Nischenthema mehr ist, sondern die Menschen immer mehr beschäftigt. Mit dem Launch des Reflecta.Networks (www.reflecta.network) möchte Reflecta die Beteiligten und Interessierten auch über die Festivaltage hinaus miteinander vernetzen und die Möglichkeit zum Austausch bieten. Damit immer mehr Menschen – wie auf dem Festival – nicht nur zum Nachdenken zu animieren, sondern die Ideen und Anregungen auch mit in ihren Alltag zu nehmen.

 

 

 

Wir danke unseren Partnern, die das Festival möglich gemacht haben