Hans Reitz: Wirtschaften für den guten Zweck

Autisten als Mitarbeiter eines IT-Unternehmens, eine Schule auf Rädern für Straßenkinder, eine Führung von Blinden für Sehende durch eine dunkle, also "ihre" Welt oder der Verkauf von billigen Moskitonetzen in Afrika zum Schutz vor todbringenden Insekten - solche Projekte überzeugen vor allem durch eines: ihre Einfachheit.

Welche Zukunft hat Social Business?

In zahlreichen Ländern der Welt werden Initiativen und Unternehmen mit dem Anspruch gegründet, sozialen Nutzen mit ökonomischer Leistung zu verknüpfen. Die Gründer brechen mit philanthropischen Traditionen, indem sie eben nicht einfach nur spenden, sondern mit ihrem Handeln nachhaltige Effekte erreichen wollen. Der Bedürftige hilft sich dabei selbst, indem er sein oft unterschätztes Potential einsetzt. Selten wurden im Westen die bedürftigen Bewohner von Entwicklungsländern als Konsumenten wahrgenommen. Ebenso selten setzten – über Behindertenwerkstätten hinaus – Betriebe einzig auf die Beschäftigung behinderter Mitarbeiter. Dies ist neben der Einfachheit die zweite Besonderheit dieser Projekte: Sie verlangen ein anderes Denken. Sozialunternehmerischer Anspruch sowie die Einfachheit und Innovation der Idee fließen in den Begriffen Social Entrepreneurship oder Social Business zusammen.

Aber welche Zukunft hat Social Business? Wo liegen die Herausforderungen dafür in Wiesbaden und in anderen deutschen Städten? Und wie wird das Potential des sozialen Unternehmertums effektiv genutzt? Wie kann Social Business als Geschäftsmodell so gestaltet werden, dass sich daraus nachhaltige Lösungen ergeben? Müssen gegebenenfalls neue rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen werden?

Diesen und mehr Fragen geht Hans Reitz in seinem Impulsvortrag und in dem von ihm geleiteten Workshop nach. Jeder ist herzlich eingeladen, dabei zu sein und mitzumachen!

Als Kreativberater von Professor Muhammad Yunus, dem Initiator des Social Business-Gedankens, widmet sich Hans Reitz seit 2007 der Verbreitung der Idee des Social Business. Gemeinsam mit Professor Yunus gründete er 2009 das „Grameen Creative Lab“, das weltweit verschiedene Großunternehmen berät. Hans Reitz begleitet Prof. Yunus außerdem bei offiziellen Anlässen und ist seit Anfang 2010 offiziell „Creativ Director“ des Yunus Centers in Bangladesch.

Mehr zu Grameen Creative Lab.

Im Programm vom Reflecta Filmfestival 2016 in Wiesbaden.