Interview mit David M. Kandelhardt, Geschäftsführer von ratioprint

Reflecta stellt vor. Diesmal den Geschäftsführer von ratioprint - das sind nachhaltige sowie faire Büroprodukte, vor allem Tintenpatronen und Toner....

Stell uns doch kurz Dein Projekt vor. Was ist „Ratioprint“?

Kurz gesagt ist Ratioprint der garantiert gute Toner!
In der Langversion bedeutet dies: wir bieten in unserem Onlineshop (www.ratioprint.de) nachhaltige sowie faire Büroprodukte, vor allem Tintenpatronen und Toner, an.
Heutzutage spielen Nachhaltigkeit sowie Verantwortung neben Kosteneinsparungen und Qualitätsanforderungen eine immer größere Rolle beim Einkauf von Büroartikeln. Dies gilt für Startups, gemeinnützige Organisationen, Konzerne aber auch für Privatpersonen. Ein wirkungsvoller Beitrag zur effektiven Ressourcen-Nutzung kann durch den Mehrfachgebrauch von Tonerkartuschen und Tintenpatronen geleistet werden. Unsere Produkte werden in Deutschland aus benutzen Artikeln wiederaufbereitet, ohne dabei Kompromisse in puncto Qualität einzugehen.
Mit Ratioprint wollen wir eine Marke schaffen, die die Aufmerksamkeit für Wiederverwendung erhöht.
Dabei möchten wir nicht nur unsere Produkte verkaufen, sondern auch eine Diskussion anregen, wie Nachhaltigkeit als fester Bestandteil unseres Büroalltags gelebt werden kann.

Wie kamst Du auf die Idee?

Seit 2013 führe ich das von meinem Vater gegründete Fachhandelshaus für Bürokommunikation in zweiter Generation fort. Schon lange vertreiben wir dort hochwertige, wiederaufbereitete Produkte im Direktvertrieb.

Im Internet scheinen dem Kunden zurzeit nur zwei Alternativen geboten zu werden: den Kauf der teuren und nur bedingt nachhaltigen Originalpatrone des Druckerherstellers oder billige Nachbauten, die mit vermeintlich günstigen Preisen locken. Diese können aber nicht nur qualitativ minderwertig sein, sondern stellen auch ein echtes Entsorgungsproblem dar – sie können nämlich nicht recycelt werden und landen daher oft auf der Müllkippe.
Durch den Einsatz von wiederaufbereiteten Tonern und Tintenpatronen lassen sich umweltschonende Effekte erzielen, da sie durch professionelle Bearbeitung für einen weiteren Lebenszyklus aufbereitet werden. Bei weltweit über 500 Millionen Kartuschen, die jährlich auf der Müllhalde landen, eröffnet sich ein enormes Einsparpotenzial an Rohstoffen und in Folge, eine deutliche Reduzierung umweltbelastender Prozesse.
Mit diesen Produkten möchten wir Verbraucher ermutigen, sich für eine effektive Alternative zu entscheiden.

Was waren die Startschwierigkeiten und wie bist Du damit umgegangen?

Natürlich haben wir die gleichen Startschwierigkeiten wie jedes Start-up, nämlich hohe Anlaufkosten für die Programmierung des Onlineshops, Datenpflege und Werbung. Dem standen ein geringes Bestellvolumen und hohem Konkurrenzdruck gegenüber. Wir haben versucht, die Prozesse so schlank wie möglich zu halten und vieles, vor allem die Datenpflege, gut automatisiert. Außerdem haben wir uns bisher vollständig selbst finanziert, so dass wir keine Zinslast erwirtschaften müssen.

Was bedeutet Nachhaltigkeit für Dich?

Viele kleine Entscheidungen, die alle Bereiche meines Lebens betreffen. Angefangen bei dem, was ich esse, lese, anziehe oder einkaufe. Dabei hoffe ich, im Lauf der Zeit wenigstens einige gute und nachhaltige Entscheidungen getroffen zu haben, beziehungsweise sie in der Zukunft zu treffen.
Außerdem glaube ich als Christ, dass Gott mich mit vielen Ressourcen beschenkt hat, dazu gehören auch meine Zeit und meine Talente.
Für den verantwortungsbewussten Umgang damit bin ich dann auch zuletzt Gott gegenüber verantwortlich.

Wie siehst Du die aktuelle gesellschaftliche Situation? Was läuft schief, was gibt Hoffnung?

Wir haben ein zunehmend problematisches Konsumverhalten und eine leider immer größer werdende Schere zwischen den Einkommen. Die Herausforderungen liegen vor allem darin, Anreize zu schaffen, die den Verbraucher motivieren, nachhaltige Produkte zu kaufen. Um dies zu erreichen, müssen Einkommen besser verteilt werden, damit eine breitere Bevölkerungsschicht über die entsprechenden finanziellen Mittel verfügt.
Hoffnung machen mir die vielen tollen Initiativen von Start-Ups, aber auch von etablierten Unternehmen. Außerdem kommen mittlerweile immer mehr gut ausgebildete junge Akademiker in Unternehmen, die nicht allein Ihre Karriere im Blick haben. Das sind tolle Entwicklungen!

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