Interview mit Dr. Kevin Riemer, Leiter Nachhaltigkeit und Kommunikation, dieUmweltDruckerei

Dr. Kevin Riemer berichtet über den Anspruch eines ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatzes und darüber, wie er ihn bei der UmweltDruckerei umsetzt.

Stellen Sie uns doch kurz dieUmweltDruckerei vor.

Was ist Ihr Aufgabenbereich?

Ich verantworte bei der UmweltDruckerei die Bereiche Nachhaltigkeit und Kommunikation. Beide Bereiche sind so eng miteinander verzahnt, dass sie kaum separat zielführend umgesetzt werden können. Denn was nützt es unserem Unternehmen, wenn wir ein nachhaltiges Druckprodukt anbieten, was aber keiner kennt – und was bringt es umgekehrt der Umwelt, wenn das Produkt zwar bekannt, aber per se nicht nachhaltig ist.

Daher haben wir den Anspruch eines ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatzes. Das heißt, wir streben danach, sämtliche Bereiche der wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit als integrierte Strategie umzusetzen. Wir verstehen diesen Ansatz nicht als Ziel, sondern als steten Prozess und freuen uns, diese Ambition in sämtlichen Unternehmensbereichen mit großem Engagement weiterzuentwickeln, um einen qualitativ hochwertigen Druck für jedermann zu fairen Preisen online zu ermöglichen.

Wie kamen Sie persönlich dazu? Was war Ihre Motivation?

Das hat vielerlei Beweggründe. Grundlegende Motivationen finden sich unter anderem in vergangenen Reiseerlebnissen, bei denen ich nicht unbedingt auf Umwelt- und Sozialstandards traf, die man in Deutschland gewohnt ist. Das reicht von sozialen Ungerechtigkeiten in Indochina und Armut in den Ländern der Schwarzmeerküste, über wenig umweltgerechte Wertschöpfungsketten in Nordafrika bis hin zu katastrophalen Luftverschmutzungen in China und Indien. Schuld daran sind nicht immer nur die Menschen vor Ort, sondern auch unser eigenes Konsumverhalten in Deutschland und Europa. Beispielsweise sind Menschen in der afrikanischen Sahelzone nicht hauptverantwortlich für den Klimawandel, dennoch sind sie einer der Hauptleidenden an der globalen Erwärmung. Verantwortlich sind hierfür insbesondere der Konsum und die Produktion in den führenden Industrienationen. Um es auf ein unternehmerisches Beispiel herunterzubrechen, können klimaneutrale Produkte wie die der UmweltDruckerei dazu beitragen, diesen negativen Effekt zumindest abzuschwächen.

Was bedeutet Nachhaltigkeit für Sie? Was sind die Positiv-Kriterien, was sind die Ausschlusskriterien?

Nachhaltigkeit ist ein äußerst komplexes Thema, wo es weder standardisierte Positiv- noch Negativ-Kriterien gibt, die man einfach abhaken kann, sodass es je nach Produkt und Unternehmen individuell als Prozess verstanden werden muss. Meines Erachtens sind wir von der UmweltDruckerei derzeit beim Thema Nachhaltigkeit gut aufgestellt, indem wir konsequent auf ressourcenschonende Materialien und eine emissionsarme Produktion setzen. Das heißt aber nicht, dass wir uns jetzt zurücklehnen können und zukünftig lediglich darauf verweisen, wie ökologisch unser Produkt doch sei oder wo wir uns sozial engagieren. Denn wir verstehen Nachhaltigkeit als Prozess, um uns stetig weiterzuentwickeln. Dies möchte ich an einem kleinen Beispiel verdeutlichen. Vor kurzem schrieb mich ein Kunde an und fragte, warum wir nicht bei einer grünen Bank seien. Das ist eine berechtigte Frage, denn Banken investieren auch das von Unternehmen im Sinne der Nachhaltigkeit verdiente und angelegte Geld nur selten wiederum in nachhaltige Projekte, sondern zumeist in die Unternehmungen, die am meisten Profite abwerfen. Wer jedoch indirekt über seine Bank nachhaltige Projekte unterstützen möchte, sollte ganz einfach auch bei einer nachhaltigen Bank sein. Deshalb werden wir jetzt ein Konto bei der GLS-Bank eröffnen, um unsere hohen Nachhaltigkeitsansprüche gegenüber unseren Kunden gerecht zu werden. Unsere Definition einer ganzheitlichen Nachhaltigkeit können Sie ausführlich in unseren Standards nachlesen.