Die Sammler und die Sammlerin

Von einer Tradition, die dort sammelt, wo andere wegwerfen Agnès Varda, Veteranin der nouvelle vague, streift mit einer Mini-DV-Kamera kreuz und quer durch Frankreich, um Impressionen vom Sammeln zu sammeln.

Lichtjahre entfernt von jedem Authentizitätsdogmatismus findet sie Bilder, wo kaum jemand welche vermuten würde: auf abgeernteten Feldern, hinter Supermärkten, im eigenen Wohnzimmer. Ihr Blick ist staunend und gelassen zugleich – als würden sich ein naives kleines Mädchen und seine abgeklärte Großmutter zu einer Person verbinden.

Nicht larmoyant sondern völlig unangestrengt, gleichsam zwischen den Dingen schwebend, entwirft Varda ein facettenreiches Bild unserer (Wegwerf-)Gesellschaft, indem sie das Phänomen des Sammelns gedanklich und visuell in immer weiteren Bögen umkreist. Die Welt, macht die Sammlerin ganz en passant deutlich, ist jederzeit und überall voll von Geschichten – man muß sich nur bücken, um sie aufzuheben.

Preise:

Golden Hugo in Chicago
Publikumspreis in Montréal
Golden Alexander in Thessaloniki
Specialpreis in Kalamata
›Prix Arte du meilleur documentarie européen‹ in Paris
›Prix Meliès‹ in Frankreich u.a.

Weitere Filme: