Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes

Ein bürgerlicher Windhund gesteht, wie er vom Filmemacher zum Vierbeiner wurde: Weil er gerade keine Förderung bekommt, sieht JULIAN sich gezwungen, einen Job als Erntehelfer anzunehmen. Als er der jungen Kanadierin CAMILLE weismacht, es handele sich dabei um die Recherche für einen kommunistischen Märchenfilm, in dem sie die Hauptrolle spielen soll, will sie ihn begleiten und Julian spinnt romantische Fantasien. So landen die beiden in der trügerischen Idylle einer ausbeuterischen Apfelplantage. Während Julian
unter der körperlichen Arbeit leidet und sich vor den merkwürdigen Zimmergenossen in den Containerbaracken fürchtet, stürzt sich Camille enthusiastisch in die vermeintliche Recherche und freundet
sich mit HONG und SANCHO an, zwei wundergläubige Proletarier auf der Suche nach dem Glück. Für Julian wird es zunehmend schwieriger, den kommunistischen Filmemacher zu performen, außerdem kommt ihm ein Vorzeigearbeiter mit amerikanischen Träumen in die Quere, ein stummer Mönch mit magischen Kräften und einem Sprung in der Schüssel tritt auf, die Plantagenbesitzerin wird versehentlich getötet und eine versuchte Revolution endet in Ratlosigkeit. Da kommen die Spatzen in den Bäumen mit einem unerhörten Plan…

 

Julian Radlmaier

(geb. 1984) ist ein deutsch-französischer Filmemacher. Sein Abschlussfilm Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes hatte beim International Film Festival Rotterdam seine Weltpremiere und wurde bei der Berlinale 2017 in der Sektion „Perspektive Deutsches Kino“ gezeigt.

Radlmaier studierte Regie an der dffb und arbeitete in dieser Zeit als persönlicher Assistent von Werner Schroeter. Zudem gab er verschiedene Übersetzungen von filmtheoretischen Schriften des französischen Philosophen Jacques Rancière heraus.

2013 erhielt sein Kurzfilm Ein Gespenst geht um in Europa den Preis der deutschen Filmkritik beim Filmfestival in Oberhausen. Sein mittellanger Film Ein proletarisches Wintermärchen wurde 2014 in Rotterdam und bei der Viennale gezeigt und gewann Preise in Mexiko (FICUNAM) und Brasilien (Olhar de Cinema).

Weitere Filme: