Nils Müller und Sönke Tangemann, Vorstand von Greenpeace Energy

Reflecta stellt vor. Diesmal den Vorstand von Greenpeace Energy, dem größten und wichtigsten Anbieter erneuerbarer Energien. Wie die Idee entstand, wer dahinter steht und was die Herausforderungen waren und sind, erfahrt ihr in dem Interview.

Was ist Greenpeace Energy?

Nils Müller: Wir sind eine Energie-Genossenschaft mit über 23.000 engagierten Mitgliedern. Unser gemeinsames Ziel ist nicht Profitmaximierung, sondern die Energiewende – also eine 100prozentige Energieversorgung aus umweltfreundlichen Quellen, ohne Atom und Kohle. Inzwischen versorgen wir bundesweit mehr als 111.000 Kunden mit sauberem Strom aus Wasser- und Windkraft und bieten das ökologisch hochwertige proWindgas an. Außerdem sind wir ein politisch engagiertes Unternehmen – deshalb mischen wir uns zum Beispiel mit Studien in energiepolitische Debatten ein oder klagen gegen die EU-Kommission, weil sie milliardenschwere Subventionen für das geplante britische Atomkraftwerk Hinkley Point C bewilligt hat.

Wie kam es dazu?

Sönke Tangermann: Wie der Name schon ahnen lässt, haben wir unsere Wurzeln in der Umweltorganisation Greenpeace: Als 1998 der Strommarkt liberalisiert wurde, war kein Energieversorger bereit, auf Atomkraft zu verzichten und die strengen Stromkriterien von Greenpeace zu erfüllen. Greenpeace wollte jedoch beweisen, dass eine Stromversorgung ohne Atom- und Kohlekraft möglich ist und hat Greenpeace Energy gegründet – dies ist nun schon über 15 Jahre her.

Was waren die Startschwierigkeiten und wie seid ihr damit umgegangen?

Sönke Tangermann: Es ging los mit 186 Kunden, deren Verträge damals im Wohnzimmer eines Greenpeace-Campaigners verwaltet wurden. Unsere besonders hohe Stromqualität und unser Engagement haben viele Menschen dafür begeistert, mitzumachen – als Kunde oder Mitglied. Schon zwei Jahre später wurde unsere Tochter Planet energy gegründet, die bis heute Photovoltaikanlagen wie auch Windparks baut und betreibt – denn mehr Energiewende gibt es nur mit mehr umweltfreundlichen Kraftwerken. Dafür setzen wir uns ein.

Was bedeutet Nachhaltigkeit für euch?

Nils Müller: Es bedeutet vor allem Verantwortung – im Großen wie im Kleinen: Das reicht für uns vom Kampf gegen den Klimawandel bis zur Energieeffizienz im eigenen Unternehmen, von besonderer Beachtung des Naturschutzes beim Bau von Windparks bis zum Einsatz umweltfreundlicher Materialien, etwa bei Werbemitteln und Druckmaterialien. Zugleich bedeutet es für uns, als Unternehmen innovativ und zukunftsfähig zu bleiben, aus eigener Kraft solide im Sinne unserer Genossenschaftsmitglieder zu wirtschaften und ein attraktiver Arbeitgeber zu sein.

Wie seht ihr die aktuelle gesellschaftliche Situation? Was läuft schief, was gibt
Hoffnung?

Sönke Tangermann: Wir haben den Eindruck, allemal die Hoffnung, dass die Gesellschaft schon viel weiter ist als die Politik, jedenfalls in Deutschland. Wir müssen aber weiter Druck machen, damit aus den Lippenbekenntnissen einer sogenannten „Klimakanzlerin“ Merkel auch Taten werden, damit es zum Beispiel in Paris ein neues, wirksames Klimaschutzabkommen gibt. Industrieländer wie Deutschland müssen da mit gutem Beispiel vorangehen. Es gibt noch viel zu tun, denn bis heute wird dreiviertel des Stroms aus Atom und Kohle erzeugt. Die Energiewende ist noch nicht geschafft, und wir wollen mit unseren Mitgliedern und Kunden weiter unseren Teil dazu beitragen.

Mehr zu Greenpeace Energy unter:  www.greenpeace-energy.de

Greenpeace Energy hat unserem Publikum tollerweise diesen Gutschein zur Verfügung gestellt. Wer einen Anreiz zum Stromwechsel braucht, hat hier die Möglichkeit dazu.

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