Reflecta

Grundlagen der Barrierefreiheit I

Im ersten Teil unserer Serie zur digitalen Barrierefreiheit teilt Jelena Pranjic, UX/UI Designerin und Expertin für barrierearmes Design bei UI/deation, ihr umfassendes Wissen zur digitalen Barrierefreiheit. Sie erläutert die grundlegenden Prinzipien, die bei der Entwicklung barrierefreier digitaler Produkte berücksichtigt werden sollten, und gibt wertvolle Einblicke in die gesetzlichen Rahmenbedingungen und die Vorteile barrierefreier Designs für Nutzer:innen. Durch die Einbeziehung unterschiedlicher Perspektiven entstehen neue, innovative Ansätze, die langfristig zum Erfolg beitragen. Zudem ermöglicht Barrierefreiheit es Unternehmen, ein inklusiveres Arbeitsumfeld zu schaffen und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.


Digitale Barrierefreiheit bedeutet für uns, Barrieren so gut wie möglich zu verringern.

Grundlagen der Barrierefreiheit in der digitalen Produktentwicklung

Digitale Barrierefreiheit bedeutet für uns, Barrieren so gut wie möglich zu verringern. Dies berücksichtigen wir in der Konzeptionsphase und im Design. Allerdings endet dies nicht mit dem Abschluss eines Projekts. Die Erstellung von Inhalten spielt eine entscheidende Rolle dabei, ob ein digitales Produkt barrierearm ist. Jedes Mal, wenn neue Bilder, Videos oder Texte hinzugefügt werden, sollte geprüft werden, ob diese barrierearm sind. Genauso gilt dies für technische Anpassungen: Bei jeder Änderung am Code muss stetig geprüft werden, ob die Barrierefreiheit beeinträchtigt wird.

Grundlegende Prinzipien der Barrierefreiheit im Team

Da wir ein Team aus Konzepter:innen und Designer:innen sind, achten wir auf die richtigen Farbkontraste, Schriftgrößen, den Umgang mit Bildern und Videos, barrierearme Animationskonzepte und eine sinnvolle Strukturierung der Inhalte. Wir sorgen dafür, dass Überschriften aussagekräftig sind, Buttons und Links richtig beschriftet sind und Feedback nicht nur über eine sensorische Eigenschaft gegeben wird (z. B. nicht nur Fehler mit Rot markieren). Außerdem achten wir darauf, dass mehr als eine Möglichkeit zur Navigation innerhalb einer App, Software oder Website vorhanden ist.

Barrierefreiheit endet nicht mit dem Abschluss eines Projekts.

Gesetzliche Rahmenbedingungen zur Barrierefreiheit

Es gibt die EN 301 549, eine europäische Norm, die Standards für die private Wirtschaft definiert. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) verpflichtet die private Wirtschaft zur Umsetzung der EN 301 549. Diese Norm verweist wiederum auf die WCAG (Web Content Accessibility Guidelines), einen internationalen Standard zur barrierefreien Gestaltung von Internetangeboten des World Wide Web Consortiums (W3C).

Das BFSG tritt am 28.06.2025 in Kraft, was bedeutet, dass wir unsere Kund:innen darauf aufmerksam machen und sie für digitale Barrierefreiheit sensibilisieren. In der Konzeption und im Design denken wir Barrierefreiheit von Anfang an mit und bilden uns stetig weiter.

Vorteile barrierefreier digitaler Produkte für Nutzer:innen

Digitale Barrierefreiheit sorgt für eine generell bessere Nutzererfahrung, nicht nur für Menschen mit Behinderungen. Auch ältere Menschen, die nicht gut sehen oder motorisch nicht komplett fit sind, profitieren davon. Zum Beispiel profitieren alle von kontrastreichen Inhalten, insbesondere bei der Nutzung des Handys draußen in der Sonne. Viele der WCAG-Richtlinien beschreiben Aspekte, die jedes gute Konzept und Design berücksichtigen sollte, wie eine logische Lesereihenfolge der Inhalte und aussagekräftige Überschriften.

Bewegende Inhalte wie Animationen und Videos sollten pausierbar sein, wenn sie länger als fünf Sekunden dauern, um als störend empfundene Elemente zu vermeiden. Browser bieten die Möglichkeit, Einstellungen auf "reduced motion" zu setzen. Designer:innen sollten sicherstellen, dass ihre Designs auch ohne Animationen funktionieren.

Jelena Pranjic auf reflecta.network

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